Die Rückkehr der Angst

Und dann bleibt die U-Bahn stehen. Einfach so. Im Tunnel. Die Gespräche verstummen, die Blicke zucken nach draußen, ins Schwarze. Das Mädchen aus Boston hatte noch gesagt. „Can we please not take the Metro?“.

In Deutschland halten viele die Amerikaner für hysterisch. Und natürlich ist sie absurd, diese Email vom Präsidenten der American University. Die Patrouillen der Campus-Polizei würden verstärkt. Hysterie. Ja. Vielleicht. Vermutlich. Aber ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht.

Letztes Semester erzählte mir eine Amerikanerin die Geschichte von 9/11. Klar fanden wir das auch schlimm, nie werden wir die Bilder der zwei einstürzenden Türme vergessen. Aber verstehen können wir das nicht, wie das ist, im eigenen Land. In Deutschland hat es nie einen Terroranschlag gegeben.

Die Amerikanerin, damals muss sie so acht Jahre alt gewesen sein, hatte Angst. Noch Tage, Monate, Jahre später. „Ich habe davon geträumt, wie Bomben in Los Angeles einschlagen, nächtelang.“ George W. Bush war ihr Held. Seine Rede am Ground Zero, seine Pläne, die USA vor den Terroristen zu schützen. Da fühlte sie sich sicher.

Auf dem Titel des Indianapolis Star stand heute morgen „It can happen anytime, anyplace.“ Die USA Today titelt „Terror returns.“ Und damit die Angst. Zumindest für einen kurzen Augenblick.

Dann lächeln alle. Natürlich ist sie weitergefahren, die Metro. Stupid thought.