Ich knipse, also bin ich

Aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 11. August

Das Smartphone in die Hand, den Arm ausgestreckt und abgedrückt: Die halbe Welt knipst sich heute selbst und stellt die Fotos online. Was sagen diese „Selfies“ über uns?

SchuelerVZ geht offline. Ein Nachruf.

SchuelerVZ geht offline. Das ist schon fast keine Nachricht mehr. Dabei sind wir damit aufgewachsen. Ein Nachruf.

SchuelerVZ, das war doch damals, als…

…“in einer Beziehung“ noch vergeben hieß.

…wir unsere Ironie nicht in Statusmeldungen sondern Gruppennamen wie „Werden Hummeln von anderen Insekten gemobbt, weil sie fett sind?“ verkauften.

…“lesen“ eine Statusnachricht war (keine Ironie).

…jeder sich fragte, wer eigentlich die blaue Seite mit den weißen Buchstaben braucht (zwei Social Networks werden sich eh nicht durchsetzen)

…wir nicht liken konnte, dass jemanden gefällt, dass jemand jemand anderem auf die Pinnwand schreibt. wir haben es nichtmal sofort gesehen.

…so mancher Flirt mit einem sichtbaren Besuch auf Profilen begann

…und alle anderen Besucher (vor allem die ohne Freunde und Profilbild) und sichtbar auf dem Profil waren, aus dem Lehrerkollegium kamen.

…jeder mit mehr als 100 Freunden als Nerd galt

…und jeder, der sein Profil auf „privat“ hatte als hysterisch.